„Ja, und es ärgert mich auch so! Es ärgert mich persönlich, dass diese Organisation, die für die Gesellschaft so wichtige Arbeit leistet, so um ihre Existenz kämpfen muss!“

Marie hat in ihren wenigen Tagen bei „andererseits“ hautnah miterlebt, wie die junge Redaktion, in der Personen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten, um ihr Überleben bangen muss. Damit ist das Medienunternehmen nicht alleine: Mehrere der Organisationen, bei denen wir im vergangenen Herbst wegen Praktikumsplätzen angefragt haben, mussten uns aus Budgetgründen absagen – aufgrund der jüngsten Einsparungen der Bundesregierung wussten sie nicht einmal, ob es sie in absehbarer Zeit noch geben würde.

Doch diejenigen, die zugesagt und Schüler*innen für eine knappe Woche die Türen geöffnet haben, haben den Jugendlichen Erfahrungen ermöglicht, die ihren Blick auf die Lebensrealitäten anderer Menschen nachhaltig verändert haben. Bei der feierlichen Abschlusspräsentation des Projekts Soziale Gerechtigkeit haben die Jugendlichen davon erzählt: Von inspirierenden Begegnungen mit Menschen, die nach ihrer Fluchterfahrung noch einmal ganz von vorne angefangen haben, ist da die Rede, von beeindruckendem ehrenamtlichem Engagement, von leuchtenden Kinderaugen. 

Aber auch Erschrecken gehört zu so einer Erfahrung: „Das könnte auch ich sein“, ist ein Gedanke, der manch eine*n überkommen hat. Oder auch: „Ich gehe seit meinem sechsten Lebensjahr in die Schule, und manchmal wird mir alles zu viel. Aber von einem Leben zu hören, in dem man als Mädchen gar nicht in die Schule gehen darf – das hat mich schon schockiert.“

Denn vier Tage Mitarbeit in einer Organisation, die sich für Menschenrechte, Armutsbekämpfung oder Inklusion einsetzt, sind auch vier Tage Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Position in einer ungerechten Welt. In den ausnahmslos spannenden und souveränen Vorträgen der Schüler*innen wurde deutlich, was das mit einer*einem machen kann. Und worauf es ankommt in Zeiten, in denen immer mehr bei denen gespart wird, die ohnehin schon kaum über die Runden kommen.

Wir teilen die Einschätzung unserer Schüler*innen, dass es schlimm ist, dass es zivilgesellschaftliches Engagement überhaupt braucht, um soziale Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, aber dass es zugleich auch Mut macht zu sehen, dass es dieses Engagement auch gibt – und dass es funktioniert. Wir bedanken uns herzlich bei allen Kooperationspartner*innen, die dieses Projekt möglich gemacht haben!

Mag. Katharina Luksch, Mag. Maria Oberleitner, Mag. Sophie Stürmer

 

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