AHS/SLSZ Wien West Absolventen (BILYK, HUTECEK, MÖSTL (Player of the Game!), KOFLER) führen Österreich zum Sieg gegen Serbien!
Österreich beendet die Vorrunde nach 26:25-Sieg über Serbien auf Rang 3
Constantin MÖSTL
Das Wichtigste: der Bann ist gebrochen. Österreich holt im siebten Spiel unter Teamchef Iker Romero den ersten Sieg. Und dieser fiel absolut beeindruckend und vor allem verdient aus. Serbien spielte sich dank des 30:27 über Deutschland in eine gute Position im Kampf um den Aufstieg in die Hauptrunde. Entsprechend warfen auch sie alles in dieses Spiel.
Doch Österreichs Deckung agierte wie schon gegen Deutschland wie aus einem Guss, machte kaum Fehler und unterstützte so Schlussmann Constantin Möstl, der auch zum Player of the Game gekürt wurde.
Allerdings wusste auf der Gegenseite auch Dejan Milosavljev zu überzeugen. Zudem leistete man sich im Angriff den ein oder anderen Fehler zu viel. Serbien ging zunächst noch mit einer knappen 13:12-Führung in die Pause. Aus dieser zurück machte Österreich hinten endgültig dicht.
In der 40. Minute holte Lukas Herburger die Führung für sein Team zurück, stellte auf 17:16. Diese sollte noch einmal wechseln, ehe man ab dem 19:18 durch Tobias Wagner die Führung nicht mehr aus der Hand gab.
Kurz darauf war man dem Ziel, mit plus vier Toren zu gewinnen, was es für die Chance auf die Hauptrunde gebraucht hätte, nahe. Lukas Hutecek, Mykola Bilyk und Eric Damböck sorgten mit einem 3:0-Lauf für die 23:20-Führung. Sebastian Frimmel und Lukas Hutecek hatten direkt darauf sogar das 24:20 in Händen. In der Schlussminute vergab zudem Mykola Bilyk einen Siebenmeter, der das 27:24 bedeutet hätte.
Am Ende stand ein 26:25-Sieg zu Buche. Und dieser sorgte für gemischte Gefühle. Hätte man bei einem Sieg mit vier oder mehr Toren Spanien die Daumen gedrückt, so galten nun alle Glückwünsche Deutschland, damit man die Gruppe auf Rang 3 beendet und sich die Vorquali zum WM-Playoff erspart. Und unsere Nachbarn lieferten ab, besiegten die Iberer 34:32.
Teamchef Iker Romero: „ich bin unglaublich glücklich, stolz und zufrieden, dass ich Teamchef dieser Mannschaft sein darf. Wir wussten, wir brauchen einen Sieg. Wir wussten aber auch, dass wir einen Sieg mit vier Toren Unterschied brauchen. Alles war da, der Wille, die Qualität. Ich kann den Jungs nur ein Kompliment aussprechen. Jeden Tag machen wir es besser und besser. Ich bin zufrieden. Dass wir trotz des Sieges nun keine Chance auf die Hauptrunde haben, schmerzt natürlich sehr.“
Kapitän Mykola Bilyk: „Wir haben heute als Mannschaft über 60 Minuten alles in dieses Spiel gesteckt. Ich bin sehr stolz auf jeden Einzelnen von uns. Wir haben bis zur letzten Sekunde alles gegeben. Ich bin davon überzeugt, dass wir auf einem unfassbar guten Weg sind. Der Sieg war für uns alle wichtig, ich denke vor allem auch für Iker. Er hat unglaublich viel Arbeit und Leidenschaft reingesteckt. Ich freue mich, dass wir ihm dieses kleine Geschenk machen konnten und hoffe, dass der Bann damit gebrochen ist. Unsere Deckung und Consti haben heute einen überragenden Job gemacht. Wir haben unseren Gameplan bis zum Ende durchgezogen und uns so den Sieg geholt.“
Constantin Möstl: „Das Turnier haben wir in den letzten beiden Spielen verloren. Heute haben wir eine richtig gute Leistung abgerufen. Ich bin stolz, dass ich ein Teil davon sein darf. Das macht Freude auf mehr. Der Sieg war enorm wichtig, vor allem mental. Trotzdem ist man traurig, weil er zu niedrig ausgefallen ist.“
Österreich trotz Sieges ausgeschieden
Österreichs Herren-Handballnationalteam hat bei der EM in Dänemark, Norwegen und Schweden die Hauptrunde verpasst. Nach Niederlagen gegen Deutschland und Spanien gewann das ÖHB-Team am Montag in Herning zwar das dritte Spiel in Gruppe A gegen Serbien mit 26:25 (12:13). Für eine intakte Aufstiegschance wäre allerdings ein Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied notwendig gewesen.
Der Ausgang zwischen Deutschland und Spanien (ab 20.15 Uhr live in ORF Sport +, Anpfiff: 20.30 Uhr) entscheidet darüber, ob Österreich Dritter oder Vierter wird. Nur die Top Zwei steigen in die Hauptrunde auf. Rang drei hätte positive Folgen für die WM-Qualifikation. Während die Gruppenvierten bereits im März in die Vorquali einsteigen müssen – im Falle Österreichs würde das ein Hin- und Rückspiel mit Litauen bedeuten –, stehen die Dritten bereits im WM-Play-off Mitte Mai.
Das ÖHB-Team startete gut und mit aggressiver Verteidigung in die Partie, eine 2:0-Führung war das Ergebnis. Der erste Gegentreffer fiel erst in der sechsten Minute. Doch auch die serbische Abwehr sowie Goalie Dejan Milosavljev zeigten ihre Qualitäten. So stand es nach zehn Minuten gerade einmal 3:3. Eine Zweiminutenstrafe gegen Lukas Herburger brachte Serbien 5:3 in Führung. Doch die Mannschaft von Teamchef Iker Romero blieb dran und schaffte bei 9:7 bzw. 10:8 wieder einen Zweitorevorsprung.
Ein doppeltes Überzahlspiel ließen die Österreicher allerdings durch Ungenauigkeiten im Abschluss und einem starken Milosavljev ungenutzt, wodurch der Gegner wieder Oberwasser bekam und mit einer 12:13-Führung in die Pause ging. Auch in der zweiten Hälfte blieb es eng, der Abnützungskampf wurde fortgesetzt. Keiner Mannschaft gelang es, sich abzusetzen. Lukas Hutecek und Co. lagen erstmals bei 22:20 mit zwei Treffern voran, auch weil Kreisläufer Tobias Wagner (mit sechs Treffern bester ÖHB-Torschütze) immer besser in Schwung kam und Keeper Constantin Möstl starke Paraden zeigte.
Ein Unterzahlspiel überstand Österreich unbeschadet, dafür nützte man im Anschluss eine eigene doppelte Überzahl und führte erstmals mit drei Toren (23:20). Sebastian Frimmel und Hutecek vergaben jeweils die Chance auf plus vier – ein Vorsprung, den man für einen allfälligen Aufstieg benötigte. Den Sieg ließen sich die ÖHB-Asse unter dem Jubel vieler deutscher Fans – Deutschland hoffte seinerseits auf Schützenhilfe des Nachbarn – nicht mehr nehmen. Er fiel freilich nicht mehr hoch genug aus, auch weil Mykola Bilyk in der Schlussminute beim Stand von 26:24 vom Siebenmeterpunkt nicht traf.
„Schön, dass wir noch einen Sieg geholt haben, den haben wir uns nach der Durststrecke redlich verdient. Die Möglichkeiten für Aufstieg waren da, aber die Konsequenz hat uns gefehlt“, sagte ÖHB-Kapitän Bilyk im ORF-Interview und spielte auf den Premierenerfolg für Romero im siebenten Spiel als österreichischer Cheftrainer an. „Daran müssen wir arbeiten. Sonst hätten wir gegen Serbien mit sechs Toren Unterschied gewonnen und wären aufgestiegen.“
„Haben gekämpft bis zur letzten Sekunde“
Herburger ärgerte sich zwar über den verpassen Aufstieg, „aber ich freue mich, dass wir wieder mehr Energie auf die Platte gebracht haben. Dazu haben wir leider zu lange gebraucht, ist aber auch der Umstellung, neuem Trainer geschuldet. Wir sind auf einem gutem Weg, auf einem richtig geilen Weg.“ Coach Romero zeigte sich „unglaublich glücklich“ mit dem Erfolg: „Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde. Wir haben gezeigt, dass wir ein gute Zukunft vor uns haben. Diese Jungs sind überragend.“
Auch ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser war froh über den Sieg: „Für die Hauptrunde war alles angerichtet, wir haben mit viel Herz gespielt. Alle Achtung vor dieser Leistung. Wir wussten, wie schwer die Gruppe ist, aber wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Im Team war so viel Energie. Die Luft in dieser Klasse ist jedoch sehr dünn. Mit dem abschließenden Sieg bin ich aber super zufrieden. Schade, dass es für den Aufstieg nicht gereicht hat.“
Handball-EM 2026 in Dänemark, Norwegen und Schweden
Endstand:
Österreich – Serbien 26:25 (12:13)
Tore Österreich: Wagner (6), Bilyk, Frimmel, Herburger, Kofler (je 3), Damböck, Hutecek, Mahr, Nigg (je 2)
red, ORF.at/17th Men´s EHF EURO 2026
15. Jänner - 01. Februar 2026
Ausrichter: Dänemark, Norwegen, Schweden
Titelverteidiger: Frankreich
Website, Spielplan & Ticketing:
Vorrunden-Spielplan
Österreich vs. Serbien 26:25 (12:13)
Mo., 19. Jänner 2026, 18:00 Uhr, Herning (DEN)
Österreich: Tobias Wagner (6/6), Sebastian Frimmel (3/6), Lukas Herburger (3/3), Mykola Bilyk (3/9), Elias Kofler (3/4), Markus Mahr (2/2), Eric Damböck 2/4), Jakob Nigg (2/4), Lukas Hutecek (2/5), Janko Bozovic, Emanuel Petrusic, Nils Moser, Nemanja Belos, Boris Zivkovic, Constantin Möstl (31,4% gehaltene Bälle - 11/35), Leon Bergmann (100% gehaltene Bälle - 1/1)
Match Report
Bereits gespielt
Deutschland vs. Österreich 30:27 (12:8)
Do., 15. Jänner 2026, 20:30 Uhr, Herning (DEN)
Österreich: Sebastian Frimmel (9/11), Jakob Nigg (7/9), Lukas Hutecek (6/10), Tobias Wagner (2/3), Janko Bozovic (1/2), Mykola Bilyk (1/6), Elias Kofler (1/1), Markus Mahr, Emanuel Petrusic, Nils Moser, Nemanja Belos, Lukas Herburger, Boris Zivkovic, Eric Damböck, Constantin Möstl (22,2% gehaltene Bälle - 6/27), Leon Bergmann (22,2% gehaltene Bälle - 2/9)
Match Report
Österreich vs. Spanien 25:30 (12:19)
Sa., 17. Jänner 2026, 18:00 Uhr, Herning (DEN)
Österreich: Tobias Wagner (6/6), Mykola Bilyk (5/8), Lukas Hutecek (5/8), Sebastian Frimmel (4/9), Jakob Nigg (3/6), Markus Mahr (1/4), Elias Kofler (1/1), Janko Bozovic, Emanuel Petrusic, Nils Moser, Nemanja Belos, Lukas Herburger, Boris Zivkovic, Eric Damböck, Constantin Möstl (34,4% gehaltene Bälle - 11/32), Leon Bergmann (0% gehaltene Bälle - 0/5)
Match Report
Gegen Serbien soll nun der erste Sieg her
Umgekehrt droht Österreich bei einer Niederlage die Vor-Quali zum WM-Playoff im Frühjahr. Sollte Österreich Gruppenletzter werden, bestreitet man diese im März und trifft dabei auf Litauen. Ein etwaiger Spieltermin samt Spielort für das Heimspiel steht bereits fest: 18. März, 19:00 Uhr in Bregenz.
Das Playoff zur WM 2027 in Deutschland erfolgt am 13./14. bzw. 16./17. Mai. Der Gegner für diese letzte Qualiphase wird am 31. Jänner zugelost.
Doch damit beschäftigt man sich im rotweißroten Lager noch lange nicht. Ein Spiel hat man noch zu bestreiten und in diesem ist noch viel möglich. Sogar der Einzug in die Hauptrunde.
Die Ausgangslage
- Bei einem Sieg Österreichs über Serbien mit +1 oder +2, benötigt man einen Sieg von Deutschland über Spanien, damit man die Vorrunde auf Rang 3 beendet
- Bei einem Sieg mit +4 benötigt man einen Sieg von Spanien über Deutschland um die Vorrunde auf Rang 2 zu beenden und damit in die Hauptrunde einzuziehen
- Bei einem Sieg mit +3 und mindestens 31 Toren ist man Gruppendritter
- Bei einem Sieg mit +3 und weniger als 30 Toren ist man Gruppenvierter, wenn Deutschland gegen Spanien verliert und Gruppendritter, wenn Deutschland punktet
- Bei einem 30:27-Erfolg beendet Österreich die Vorrunde auf Rang 4, wenn Deutschland gegen Spanien verliert und auf Rang 3, wenn Deutschland punktet
Mit Rechenspielchen gibt man sich allerdings im österreichischen Team nicht ab. Man will zum Abschluss endlich zeigen, was in der Mannschaft steckt und ein Topspiel abliefern, Lukas Hutecek: „Wir alle sind motiviert ohne Ende und wollen endlich ein gutes Spiel zeigen. Das haben wir in den letzten Wochen nicht geschafft, dass wir so ein Topspiel haben. Wir alle haben das Gefühl, dass es schön langsam Zeit wird und wir hoffen, dass es morgen so weit ist.“
Nicht zuletzt der Sieg Serbiens über Deutschland hat bestätigt, was im Vorfeld von allen Seiten prolongiert wurde. Nämlich, dass es sich um eine Monstergruppe handelt. „Serbien ist eine sehr gute Mannschaft. Das haben sie gegen Deutschland gezeigt. Das unterstreicht auch, wie schwer diese Gruppe ist“, betont auch Teamchef Iker Romero.
Der Spanier hatte schon vor Beginn der EURO darauf hingewiesen, dass es gewisse Ähnlichkeiten im Spielstil zwischen seinem Heimatland und Serbien gibt. Von seinem Team verlangt er, dass man ab sofort, alles in das Spiel investiert: „Um dieses Spiel zu gewinnen, müssen wir von jetzt weg, bis zum Spielende, alles geben. Nicht nur erst morgen um 18:00 Uhr, sondern schon jetzt. Wir haben knapp 30 Stunden und die müssen wir nutzen. Wir brauchen ein bisschen mehr Konstanz und ich will sehen, dass wir unsere Schwächen vom Spiel gegen Spanien in der Deckung ausmerzen und das gegen Serbien besser machen. Was in dieser Gruppe jetzt alles passieren kann, liegt nicht allein in unseren Händen. Ich denke nur daran, dass wir morgen unser bestes Spiel machen.“
Dass nun doch rein rechnerisch gegen Serbien noch mehr möglich ist, gab dem Team nochmals Energie, Lukas Hutecek: „Wenn ein Funken Hoffnung da ist, dann gibt das ganz viel Kraft, aber wir müssen zunächst mal auf uns schauen. Wir wollen unbedingt morgen die ersten Punkte holen, wollen unbedingt einen Sieg. Da sind keine Rechnereien im Kopf. Wir müssen mal auf unsere 60 Minuten schauen und es ist noch immer eine EURO und es ist noch immer ein Privileg hier zu sein. So müssen wir das Spiel auch angehen.“
Um Serbien zu knacken, gilt es unter anderem ihren Torhüter Dejan Milosavljev nicht ins Spiel kommen zu lassen. Seinen Teamkollegen bei den Füchsen Berlin, bezeichnet Lukas Herburger als X-Faktor: „Da müssen wir extrem auf der Hut sein. Da haben wir gegen Spanien schon viele Bälle liegen gelassen.“
In der Deckung erwartet der Abwehrchef nichts großartig Neues, wie er sagt. Aufpassen gilt es vor allem in der Anfangsphase: „Die werden bis in die Zehenspitzen motiviert sein. Das mal in den Anfangsminuten abzufangen, wird extrem wichtig sein und das wird nicht leicht werden. Es wird vor allem eine Kopfsache werden. Wir müssen mit eintausend Prozent reingehen. Wir brauchen Punkte. Wenn wir das Spiel auch noch verlieren, bringt uns das in eine schlechte Situation in Bezug auf die WM-Quali. Ich würde es komplett zur Seite legen, dass wir noch weiterkommen können und den vollen Fokus auf einen Sieg gegen Serbien legen.“
Quelle: https://www.oehb.at/de/newsshow-gegen-serbien-soll-nun-der-erste-sieg-her