Österreichs Basketballerinnen haben das sechste und letzte Match der ersten Qualifikationsphase für die EM 2027 gewonnen. Ein 79:66 (48:40)-Heimsieg in Wien gegen die Schweiz bedeutete den fünften Erfolg in der sechsten Partie dieser Phase. Der Aufstieg für die ÖBV-Auswahl war schon vorher festgestanden.
In der EM-Ausscheidung geht es mit der zweiten und letzten Phase im November bzw. im Februar 2027 weiter. Ein Top-Zwei-Rang bringt da ein EM-Ticket für Juni 2027.
Entscheidung erst nach der Pause
Das Hinspiel in der Schweiz hatten die Österreicherinnen mit 97:78 gewonnen. Als die Schweizerinnen diesmal bei einem 0:8-Rückstand ein erstes Time-out nahmen, schienen die Heimischen auf einen noch höheren Sieg hinzusteuern. Doch noch im ersten Viertel glich das Gästeteam auf 20:20 aus, und war zur Halbzeit bei 40:48 auch noch im Rennen.
66:53 hieß es dann nach drei Vierteln. Eine Schlussoffensive brachte die Schweiz noch auf einen einstelligen Rückstand heran, doch die 13-Punkte-Differenz wurde bis zum Ende wieder hergestellt.
Sagerer und Höllerl beste Werferinnen
Beste ÖBV-Werferinnen im Hallmann Dome am Wienerberg waren Sarah Sagerer mit 20 und Sina Höllerl mit 14 Punkten. Sagerer sprach im ORF-Interview von einem „absolut verdienten Sieg. Fünf Siege in sechs Spielen hört sich ziemlich geil an.“
Höllerl hob den Teamgeist hervor. „Wir haben so viel Spaß, miteinander zu spielen. Jeder spielt mit Herz und jede für jede.“ Der nächsten Phase gegen absehbar stärkere Gegner als diesmal blickte sie mit Vorfreude entgegen: „Wir haben den Traum von der EM.“
Kampfansage für zweite Qualiphase
Teamchef Jesper Sundberg wusste freilich, dass die Namen der Gegner für das Erreichen des hohen Ziels mit ausschlaggebend sein werden. „Aber egal, gegen wen, wir werden kämpfen. Wir spielen gut und intensiv.“
Die jeweils zwei besten Teams der Gruppen sind in der ersten Phase aufgestiegen, dazu die drei besten Gruppendritten. Während für die Schweiz das Out kam, wurden die Österreicherinnen punktegleich hinter Großbritannien Zweite. Die Britinnen besiegten zum Abschluss Norwegen mit 68:55.
ÖSTERREICH BESCHLIESST ERSTE EM-QUALI-RUNDE MIT KLAREM SIEG ÜBER DIE SCHWEIZ
Das Damen-Nationalteam hat die bislang erfolgreichste EM-Qualifikationskampagne seit Wiederaufnahme des Programms im Jahr 2021 standesgemäß mit einem Sieg beendet. Im letzten Spiel der Gruppe D feierten die Österreicherinnen im ausverkauften Wiener Hallmann Dome ein 79:66 (48:40) gegen die Schweiz. Die Auswahl von Head Coach Jesper Sundberg fixierte damit zumindest den zweiten Platz hinter Großbritannien, das dem ÖBV-Team vor wenigen Tagen in Manchester die einzige Niederlage zugefügt hatte.Top-Scorerinnen in rot-weiß-rot war Sarah Sagerer (20 Punkte). Entscheidend war aber die Teamleistung, denn mit Sagerer, Sina Höllerl (14), Simone Sill (12) und Alexia Allesch (11) brachten es gleich vier Spielerinnen auf elf oder mehr Zähler. Der Aufstieg des Sundberg-Teams stand bereits vor dem abschließenden Duell mit den Eidgenossinnen fest. Die zweite und entscheidende Qualifikationsphase für die FIBA Women’s EuroBasket 2027 steigt im November und Februar. Die Auslosung findet im Juli statt.
Die Gastgeberinnen gaben vom Tip-Off weg das Tempo vor. Sarah Sagerer sorgte für die ersten fünf Punkte ihres Teams, das mit einem 8:0-Run fulminant startete. Aber die Schweizerinnen ließen sich (noch) nicht abschütteln und schrieben nach einem wirkungsvollen Time-Out ihrerseits an. Gegen Ende des ersten Viertels übernahmen die Gäste dann sogar die Führung. Mit einem Spielstand von 20:20 ging es in die erste Pause – generell lieferten sich Österreich und die Schweiz in dieser Phase ein Duell auf Augenhöhe.
Mit hoher Wurfausbeute – vor allem von jenseits der Dreierlinie – und schnellen Fastbreaks setzten sich die Österreicherinnen aber bis zur Pausensirene langsam von ihren Gegnerinnen ab. Mit einem 48:40-Vorsprung ging es schlussendlich in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Heimischen nahtlos an die Leistung aus den ersten beiden Vierteln an, packten aber in der Defense noch einmal etwas fester zu. Lediglich 13 Zähler gelangen den Schweizerinnen im dritten Spielabschnitt. Österreich scorte seinerseits 18 Punkte und zog auf 66:53 davon.
In den letzten zehn Spielminuten wehrte die Auswahl von ÖBV-Head-Coach Jesper Sundberg die Schlussoffensive der Schweiz dann ab. Obwohl einige Würfe nicht mehr ihr Ziel fanden, blieben die Quoten, sowohl aus dem Feld (47%), als auch von der Dreierlinie (53%) und bei den Freiwürfen (95%) insgesamt hoch. Auch in der Defense erlaubten sich die Österreicherinnen gegen Spielende keine nennenswerten Fehler mehr. So stand nach 40 intensiven Minuten ein souveräner 79:66-Heimsieg und der fünfte Sieg im sechsten EM-Quali-Spiel auf der Anzeigetafel.
"Die Mentalität dieser Truppe sticht heraus"
"Ich bin sehr stolz. Wir sind alle so vielseitig und uneigennützig. Jede versucht den Ball zu 'teilen' und spielt für das Team. Wir haben verdient gewonnen", sagte Sagerer unmittelbar nach dem Spiel.
Teamkollegin Höllerl unterstrich: "Unsere größte Stärke ist unser Teamgeist, wir spielen mit Herz und haben Spiel für Spiel gezeigt, dass wir besser sind, wie es die Weltrangliste zeigt. Laut FIBA-Ranking gingen die Österreicherinnen (82.) als krasse Außenseiterinnen in die Gruppe mit Großbritannien (22.), der Schweiz (49.) und Norwegen (68.).
"Die Mentalität dieser Truppe sticht heraus. Wir waren die Underdogs in dieser Gruppe und konnten nur gewinnen – und genau das haben wir gemacht", freute sich Sundberg, der den fünften Erfolg seiner noch jungen ÖBV-Karriere bejubelte. "Ich bin sehr froh, wie sich das Spiel heute entwickelt hat. Wir wollten die Schweiz müde spielen und das hat funktioniert."
Ob die Österreicherinnen als Gruppensiegerinnen oder -zweite in die entscheidende Runde aufsteigen stand nach Spielende noch nicht fest. Schlägt Norwegen Großbritannien würde Rot-Weiß-Rot noch an den Britinnen vorbeiziehen. In den Köpfen von Höllerl & Co. spielte das jedoch keine Rolle, von der EM träumen sei hingegen erlaubt, versicherte der Youngster: "Wir haben gezeigt, dass wir mit den guten Teams mithalten können. Wir sind hier für mehr!"
Sundberg widersprach nicht: "Wir werden alles versuchen, werden kämpfen und unsere Winning-Mentality an den Tag legen. Die Duelle mit den Top-Teams sind der nächste Schritt für dieses Programm. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wohin es für dieses Team noch gehen kann."