Helene RICHTER (6S) und Lea WALLI (5S) haben Österreich bei der Europameisterschaft in Zagreb vertreten!
Höhen, Tiefen und bleibende Erinnerungen
Neben Strigl turnten auch noch Helene Richter (43.532) und Larissa Szanwald auf allen vier Geräten. Komplettiert wurde Österreichs fünfköpfiges Juniorinnen-Team durch Lea Walli, die am Sprung und Balken Österreichs beste Wertungen verzeichnete, und Jana Dina Beck.
Am Auftaktgerät, dem Boden, erwischte Strigl einen verheißungsvollen Start. Auch mit den Übungen am Sprung und dem Stufenbarren zeigte sich die junge Turnerin zufrieden. "Die ersten drei Geräte waren alle gut, vor allem am Boden war das eine sehr saubere Übung", so Strigl. Besonders bedeutend sei ihr neben dem Sportlichen auch das gemeinsame Erlebnis gewesen: „Wir sind alle seit Jahren gemeinsam im Kader, wachsen immer mehr zusammen und sind mittlerweile fast wie eine zweite Familie.“
Licht und Schatten
Einen Wettkampf mit Licht und Schatten erlebte Larissa Szanwald. Am Boden überzeugte die erst 14-Jährige mit 12,000 Punkten, auch ihre Stufenbarrenübung (10,900) gelang solide. Am Balken musste sie hingegen zweimal vom Gerät, am Sprung rutschte sie ab und blieb ohne Wertung. „Im ersten Moment war ich natürlich sehr traurig. Dann muss man sich aber abschütteln wie ein Hund, wenn er nass ist, und den Fokus sofort auf das nächste Gerät richten“, beschrieb Szanwald ihren Umgang mit dem Rückschlag. Langfristig hat sie große Ziele: Über das EYOF 2026 und weitere internationale Großereignisse soll der Weg eines Tages zu Olympia führen.
Auch für Helene Richter verlief nicht alles nach Wunsch. Vor allem am Sprung und Schwebebalken hätte sich die 15-Jährige mehr zugetraut, dafür durfte sie sich am Stufenbarren über 11,366 Punkte freuen. „Der Wettkampf war nicht ganz so, wie ich ihn mir erhofft habe. Mit dem Stufenbarren bin ich aber sehr glücklich. Vor allem bin ich aber dankbar, hier dabei sein zu dürfen. Eine Juniorinnen-EM erleben zu können, ist für mich etwas ganz Besonderes.“ Schon im kommenden Jahr erfolgt für Richter der Wechsel in die Elite. EM und WM sind dort die nächsten großen Ziele.
Walli genießt ihre Premiere
Für Lea Walli stand bei ihrer ersten Juniorinnen-EM vor allem das Erlebnis im Vordergrund. Sportlich durfte sie sich unter anderem über jeweils starke 12,000 Punkte am Sprung und 11,633 am Balken freuen. „Es hat mir sehr gut gefallen und war eine tolle Erfahrung. Für mein erstes Mal habe ich den Wettkampf sehr gut gemeistert“, zeigte sich Walli zufrieden. Besonders sicher fühlt sie sich am Stufenbarren: „Die Übung kenne ich mittlerweile in- und auswendig.“ Nach dem Wettkampf stand für die Tirolerin nur noch eines auf dem Programm: gemeinsam mit Freundinnen und Teamkolleginnen den Abend genießen.
Jana Dina Beck durfte zu Beginn am Boden ran und verzeichnete eine Wertung von 10.000 Punkte. Eine Erinnerung, die die 14-Jährige so schnell nicht vergessen wird. „Es war unglaublich. So eine tolle Atmosphäre, es war richtig schön und laut.“ Aus Zagreb nimmt Beck deshalb vor allem eine wichtige Erkenntnis mit: „Es läuft nicht immer alles perfekt. Dann muss man es einfach abhaken, weitermachen und das Positive mitnehmen.“
Richters Urteil: EM macht Lust auf mehr
Für Richter ist Zagreb bereits das zweite große internationale Nachwuchsereignis innerhalb eines Jahres. Im Vorjahr durfte sie Österreich beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) vertreten und erstmals in die besondere olympische Welt eintauchen. Nun folgte die Juniorinnen-EM, im November könnte bereits der nächste Höhepunkt warten: die Youth Olympic Games in Dakar. „Dort dabei zu sein, wäre richtig cool. Die Youth Olympic Games sind ein riesiges Ereignis. Es wäre schon ziemlich krass, wenn ich dorthin fahren dürfte“, blickt Richter voraus.
Familiäre Olympia-Geschichte
Der olympische Gedanke begleitet die junge Turnerin auch familiär. Ihre Mutter Anja Richter gehörte über viele Jahre zur österreichischen Spitze im Wasserspringen und nahm selbst viermal an Olympischen Spielen teil. Auch Helene versuchte sich zunächst im Wasserspringen, entschied sich letztlich aber für das Kunstturnen.
Von den Erfahrungen ihrer Mutter profitiert sie dennoch: Schon vor ihrem EYOF-Debüt gab diese ihr Tipps zum Umgang mit Medien, Nervosität und der besonderen Atmosphäre bei Großereignissen. „Meine Mama weiß, wie das alles abläuft. Sie hat mir immer gesagt, dass man cool bleiben und solche Momente auch einfach genießen soll.“ Auch vor dem Auftritt in Zagreb sei ihre Mutter die wichtigste Ansprechpartnerin gewesen.
Rampenlicht gewohnt
Große Auftritte sind Richter ohnehin nicht völlig fremd. Bereits als Kind sammelte sie vor einem Millionenpublikum TV-Erfahrung. In der Sendung „Klein gegen Groß“ trat sie im „Stufenbarren-Treppen-Duell“ gegen die deutsche Weltmeisterin Pauline Schäfer an - und gewann. Später war sie auch in der ORF-Show „Die große Chance“ zu sehen.
„Das war eine unglaubliche Erfahrung und ein echt cooler Tag“, erinnert sich Richter an ihren ersten TV-Auftritt. Erfahrungen, die ihr heute helfen können, wenn bei internationalen Großereignissen Kameras und Scheinwerfer auf sie gerichtet sind. "Jetzt fällt mir das alles schon ein bisserl leichter."
Ab dem kommenden Jahr wartet auf Richter der nächste Karriereschritt: der Wechsel von den Juniorinnen in die Elite. Dort möchte sie sich langfristig für Europa- und Weltmeisterschaften empfehlen. Und über all diesen Zwischenzielen steht ein Traum, den sie mit ihrer Mutter teilt: einmal selbst bei Olympischen Spielen anzutreten. „Nächstes Jahr bin ich schon in der Elite und hoffe, dass ich bei großen internationalen Wettkämpfen dabei sein kann. Ich möchte zu Europa- und Weltmeisterschaften. Aber das ganz große Ziel ist immer Olympia. Olympia ist das Größte!“
14/08/26
Quelle: https://www.turnsport-austria.at/de/newsshow-richters-urteil-em-macht-lust-auf-mehr?return=3